Ablauf der Diagnostik

Der Ablauf der Diagnostik bei Epilepsie erfolgt schrittweise und kombiniert verschiedene Untersuchungen, um sicher festzustellen, ob tatsächlich eine Epilepsie vorliegt und welche Form es ist.


🧠 1. Anamnese (Arztgespräch)

Der wichtigste erste Schritt:

  • genaue Beschreibung des Anfalls (vom Betroffenen oder Zeugen)
  • Dauer, Häufigkeit und Auslöser
  • frühere Erkrankungen oder Verletzungen
  • familiäre Vorbelastung

👉 Oft liefert das Gespräch bereits entscheidende Hinweise.


👀 2. Klinisch-neurologische Untersuchung

  • Überprüfung von Reflexen, Motorik, Sensibilität
  • Suche nach Auffälligkeiten im Nervensystem

⚡ 3. EEG (Elektroenzephalographie)

  • misst die elektrische Aktivität des Gehirns
  • erkennt typische epileptische Muster

Varianten:

  • Ruhe-EEG
  • Schlaf-EEG
  • Langzeit-EEG (24h oder länger)

👉 Wichtig: Ein normales EEG schließt Epilepsie nicht sicher aus.


🧲 4. Bildgebung (MRT)

  • Untersuchung mit Magnetresonanztomographie (MRT)
  • zeigt strukturelle Veränderungen im Gehirn (z. B. Narben, Tumoren, Fehlbildungen)

🧪 5. Weitere Untersuchungen (je nach Fall)

  • Blutuntersuchungen (z. B. Stoffwechselstörungen)
  • Liquoruntersuchung (Nervenwasser)
  • genetische Tests (bei Verdacht auf erbliche Formen)

🎥 6. Video-EEG-Monitoring

  • Kombination aus EEG und Videoaufnahme
  • besonders hilfreich bei unklaren Anfällen
    👉 ermöglicht exakte Zuordnung von Anfallstypen

✅ Ziel der Diagnostik

  • Bestätigung: Epilepsie oder nicht?
  • Bestimmung der Anfallsart
  • Klärung der Ursache
  • Grundlage für die Therapieplanung